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In unserem ersten neuen Selbstbauprojekt haben wir uns für ein Soundkarteninterface
entschieden. Dieses dient der Verbindung zwischen Computer mit Soundkarte
und dem Transceiver. Die Materialkosten lagen bei ca. 8 €, gebastelt
wurde dafür an drei Nachmittagen. Insgesammt haben wir 13 solcher Interfaces
gebaut, von denen die meisten bereits erfolgreich eingesetzt werden. Das Interface
ermöglicht, Töne von der Soundkarte über den Transceiver auszusenden,
umgekehrt die empfangenen Signale mit der Soundkarte in den PC einzuspeisen
und schliesslich die PTT des Transceivers über eine serielle Schnittstelle
zu steuern und den TRX so auf Sendung zu schalten. Früher benötigte
man für die Digitalen Betriebsarten ein meist sehr kostenintensives Zusatzgerät,
den sogen Multimode Controller, heutzutage reicht für die meisten Digitalen
Betriebsarten ein PC mit Soundkarte völlig aus.

Schaltplan vergrössern
Aus gründen der Betriebssicherheit wird empfohlen, zusätzlich einen
20 Ohm Widerstand zwischen Line Out und Poti einzufügen. Dies
verhindert, dass bei Endstellung des Potis ein Kurzschluss des
Soundkartenausgangs entsteht. Dank für den Hinweis an Wolfram, DF3UT.
In der ursprünglichen Beschaltung war das Poti an Line Out umgekehrt
montiert (Schleifer nach rechts in Richtung Übertrager, oberer
Anschluss nach links in Richtung Line Out). Dadurch liess sich das
Eingangssignal an manchen Transceivern nicht weit genug abschwächen:
Der Eingang des Transceivers wurde übersteuert.
Gebrauchsanleitung
Haftungsauschluss
Dieses Interface wurde von Gerd
DO1KGS an einem FT-817 und von mir (DL2KEB Erik) an einem FT-990 und TS-790e
getestet und funktioniert bei uns einwandfrei. Für Schäden gleich welcher
Art, die durch den Betrieb dieses Interfaces entstehen, sei es durch Fehler
im Aufbau oder durch fehlerhaften Betrieb, übernehmen ich keine Haftung.
Beschreibung
Das Interface wird zwischen Computer
und Transceiver angeschlossen und ermöglicht so den Betrieb der neuen digitalen
Betriebsarten auf Kurzwelle und UHF/VHF. Viele frei erhältliche Programme
können mit diesem Interface betrieben werden, zum Beispiel: Digipan, WinPSK,
MSSTV, MTTY, Throb, IZ8BLY Stream, IZ8BLY Hellschreiber, IZ8BLY MT63 Terminal,
und viele andere mehr.
Das Interface besteht im wesentliche
aus zwei 1:1 NF(Ton)-Übertragern und einem Optokoppler. Die NF-Übertrager
sorgen für eine galvanische Trennung der Tonsignale, die zwischen Computer
und Transceiver übertragen werden. Es gibt jeweils einen Übertrager für den
Sendezweig und einen für den Empfangszweig. Da es sich um passive Bauteile
handelt, benötigt das Interface keine Betriebsspannung. Vor dem NF-Übertrager
im Sendezweig befindet sich ein Trimmer. Mit diesem kann das Eingangssignal
für den Transceiver so weit abgeschwächt und eingestellt werden, dass der
Mikrofoneingang nicht übersteuert wird. Dies ist notwendig, weil der Mikrofoneingang
nur Pegel um 20mV verkraftet, während viele Soundkarten Pegel um 1-2V liefern
können.
Die PTT-Schaltung besteht aus
einem Optokoppler Typ CNY17-IV oder equivalent, und ein paar zusätzlichen
Bauteilen. Die Betriebsspannung für den Optokoppler wird direkt aus der seriellen
Schnittstelle des Computers entnommen. Die Programme können dadurch den Transceiver
automatisch auf Sendung schalten, das Einschalten des Sender von Hand entfällt.
Ein Schaltbild inclusive Beschreibung
der Bauteile befindet sich auf der ersten Seite dieser Anleitung.
AufbauDie Schaltung kann auf einer einfachen
Streifenrasterplatine aufgebaut werden. Die benötigten Leitungen können
entweder direkt mit der Platine verbunden werden, oder man montiert
Bucksen in einem Gehäuse und verbindet diese dann mit der Platine.
Die Verbindung mit dem Computer geschieht am einfachsten mit zwei 3,5mm
Klinkenbuchsen und einer DSub9-Buchse. Passende Verbindungskabel gibt
es für ca. 5 Euro
An das Kabel, welches in Richtung Transceiver geht, müssen mehrere
Stecker angelötet werden: für Mikrofoneingang, Lautsprecherausgang und
PTT-Eingang. Die Stecker und Belegungen sind für jeden Transceiver
verschieden, daher seht ihr am besten in der Beschreibung des Gerätes
nach und besorgt die passenden Stecker. Dann müssen folgende Signale
verbunden werden:
-
Lautsprecher Ausgang
-
Lautsprecher Masse
-
Mikrofon Eingang
-
Mikrofon Masse
-
PTT
-
PTT Masse
Manche Transceiver haben eine
sogenannte AFSK- oder Packet-Buchse. Wenn ihr diesen Anschluss verwendet,
müsst ihr wahrscheinlich den 10 Kiloohm-Widerstand vor dem unteren Übertrager
durch eine Drahtbrücke ersetzen. Dieser Eingang kann sonst untersteuert werden,
so dass ihr kein Ausgangssignal habt. Bitte seht in der Gerätebeschreibung
nach, welchen Eingangspegel dieser Eingang benötigt.
Am besten verwende Ihr für den Anschluss des Transceivers ein Kabel mit farblich gekennzeichneten Adern. Notiert bitte, welche
Farbe welchem Signal entspricht. Verwendet
immer ein Leitungspaar gleicher Farbe, z.b. grün und grün/weiss, für ein bestimmtes
Signal, das erleichtert hinterher die Fehlersuche. Lötet die passenden Signale
an und bohrt ein Loch in das Gehäuse, je nach Geschmack in die Vorder- oder
in die Rückseite. Verbindet die Masseleitungen des Kabels nicht mit dem
Gehäuse, sonst entsteht eine Masseschleife!!!
Bitte überprüft beim Anschluss des Interfaces, ob der Transceiver nicht
sofort auf Sendung geht! Dann liegt ein Fehler vor, der erst behoben werden
muss! Das Interface unterstützt nur Transceiver mit positiver PTT-Tastung,
was bei allen modernen Geräten der Fall ist. Ihr könnt nun das Interface mit
dem Transceiver verbinden.
Verbindet, gemäss dem oben angegebenen
Schaltplan, den Computer mit dem Interface.
Falls ihr keine 9-Polige, sondern eine 25-Polige serielle Schnittstelle habt,
benötigt ihr noch einen passenden Adapter. Diesen bekommt ihr bei einem befreundeten
OM oder im nächsten Computerladen. Moderne Soundkarten haben folgende Belegung:
-
Mikrofon rot
-
Line In blau
-
Line Out grün und/oder schwarz
Betrieb
Dieser Handbuchteil wäre sehr
umfangreich, weil jeder PC und jedes Programm anders reagiert, daher nur ein
paar Tips. Wenn etwas nicht funktioniert, mailt mich bitte an.
Empfang:
Stellt euren Transceiver auf die
PSK31-Frequenz 14.070 MHz ein, ihr müsstet wenn das Band offen ist ein „Wimmern“
hören. Startet ein PSK31-Programm, vorzugsweise WinPSKse oder Digipan. Wenn
ihr keinen „Wasserfall“ seht, stimmt vielleicht etwas mit dem Aufnahmeregler
nicht.
Unter Digipan:
Configure->Waterfall Drive... bzw.
Unter WinPSKse Settings->Rx
Level Adjust schauen, ob unter Mic. oder Zusatz das Häckchen gesetzt ist.
Wenn der Wasserfall mit ein paar
gelben Linien erscheint: geschafft, der Empfang funktioniert bereits.
Senden:
Stellt in eurem Programm die passende serielle Schnittstelle für
die PTT ein. Achtet darauf, dass im Programm die richtige Leitung für
die PTT ausgewählt ist (DTR bzw. RTS, entsprechend dem Anschluss, der
angelötet ist). Schliesst euren Transceiver an ein Dummy Load
an, und schaltet das Programm auf Sendung. Das Poti im Interface und
die Regler im Programm müssen so angepasst werden, dass der Sender
nicht übersteuert wird. Die Programmdokumentationen geben genaue
Anweisungen zu den Einstellungen. Wenn euer Transceiver eine
ALC-Stellung hat, könnt ihr sofort erkennen, ob er übersteuert wird
oder nicht. Wenn der Transceiver erst gar nicht auf Sendung geht,
überprüft bitte, ob das Interface an der gleichen Schnittstelle
angeschlossen ist, die im Programm eingestellt wurde.
Wenns immer noch nicht funktioniert,
bitte schreien...
Viel Spass wünscht Euch
Erik Beckers, DL2KEB
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