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Soundkarten-Interface
Sonntag, 26. Juni 2005
In unserem ersten neuen Selbstbauprojekt haben wir uns für ein Soundkarteninterface entschieden. Dieses dient der Verbindung zwischen Computer mit Soundkarte und dem Transceiver. Die Materialkosten lagen bei ca. 8 €, gebastelt wurde dafür an drei Nachmittagen. Insgesammt haben wir 13 solcher Interfaces gebaut, von denen die meisten bereits erfolgreich eingesetzt werden. Das Interface ermöglicht, Töne von der Soundkarte über den Transceiver auszusenden, umgekehrt die empfangenen Signale mit der Soundkarte in den PC einzuspeisen und schliesslich die PTT des Transceivers über eine serielle Schnittstelle zu steuern und den TRX so auf Sendung zu schalten. Früher benötigte man für die Digitalen Betriebsarten ein meist sehr kostenintensives Zusatzgerät, den sogen Multimode Controller, heutzutage reicht für die meisten Digitalen Betriebsarten ein PC mit Soundkarte völlig aus.

Image
Schaltplan vergrössern

Aus gründen der Betriebssicherheit wird empfohlen, zusätzlich einen 20 Ohm Widerstand zwischen Line Out und Poti einzufügen. Dies verhindert, dass bei Endstellung des Potis ein Kurzschluss des Soundkartenausgangs entsteht. Dank für den Hinweis an Wolfram, DF3UT. In der ursprünglichen Beschaltung war das Poti an Line Out umgekehrt montiert (Schleifer nach rechts in Richtung Übertrager, oberer Anschluss nach links in Richtung Line Out). Dadurch liess sich das Eingangssignal an manchen Transceivern nicht weit genug abschwächen: Der Eingang des Transceivers wurde übersteuert.

Gebrauchsanleitung

Haftungsauschluss

Dieses Interface wurde von Gerd DO1KGS an einem FT-817 und von mir (DL2KEB Erik) an einem FT-990 und TS-790e getestet und funktioniert bei uns einwandfrei. Für Schäden gleich welcher Art, die durch den Betrieb dieses Interfaces entstehen, sei es durch Fehler im Aufbau oder durch fehlerhaften Betrieb, übernehmen ich keine Haftung. 

Beschreibung

Das Interface wird zwischen Computer und Transceiver angeschlossen und ermöglicht so den Betrieb der neuen digitalen Betriebsarten auf Kurzwelle und UHF/VHF. Viele frei erhältliche Programme können mit diesem Interface betrieben werden, zum Beispiel: Digipan, WinPSK, MSSTV, MTTY, Throb, IZ8BLY Stream, IZ8BLY Hellschreiber, IZ8BLY MT63 Terminal, und viele andere mehr.

Das Interface besteht im wesentliche aus zwei 1:1 NF(Ton)-Übertragern und einem Optokoppler. Die NF-Übertrager sorgen für eine galvanische Trennung der Tonsignale, die zwischen Computer und Transceiver übertragen werden. Es gibt jeweils einen Übertrager für den Sendezweig und einen für den Empfangszweig. Da es sich um passive Bauteile handelt, benötigt das Interface keine Betriebsspannung. Vor dem NF-Übertrager im Sendezweig befindet sich ein Trimmer. Mit diesem kann das Eingangssignal für den Transceiver so weit abgeschwächt und eingestellt werden, dass der Mikrofoneingang nicht übersteuert wird. Dies ist notwendig, weil der Mikrofoneingang nur Pegel um 20mV verkraftet, während viele Soundkarten Pegel um 1-2V liefern können.

Die PTT-Schaltung besteht aus einem Optokoppler Typ CNY17-IV oder equivalent, und ein paar zusätzlichen Bauteilen. Die Betriebsspannung für den Optokoppler wird direkt aus der seriellen Schnittstelle des Computers entnommen. Die Programme können dadurch den Transceiver automatisch auf Sendung schalten, das Einschalten des Sender von Hand entfällt.

Ein Schaltbild inclusive Beschreibung der Bauteile befindet sich auf der ersten Seite dieser Anleitung.

Aufbau

Die Schaltung kann auf einer einfachen Streifenrasterplatine aufgebaut werden. Die benötigten Leitungen können entweder direkt mit der Platine verbunden werden, oder man montiert Bucksen in einem Gehäuse und verbindet diese dann mit der Platine.
Die Verbindung mit dem Computer geschieht am einfachsten mit zwei 3,5mm Klinkenbuchsen und einer DSub9-Buchse. Passende Verbindungskabel gibt es für ca. 5 Euro

An das Kabel, welches in Richtung Transceiver geht, müssen mehrere Stecker angelötet werden: für Mikrofoneingang, Lautsprecherausgang und PTT-Eingang. Die Stecker und Belegungen sind für jeden Transceiver verschieden, daher seht ihr am besten in der Beschreibung des Gerätes nach und besorgt die passenden Stecker. Dann müssen folgende Signale verbunden werden:

-         Lautsprecher Ausgang
-         Lautsprecher Masse
-         Mikrofon Eingang
-         Mikrofon Masse
-         PTT
-         PTT Masse

Manche Transceiver haben eine sogenannte AFSK- oder Packet-Buchse. Wenn ihr diesen Anschluss verwendet, müsst ihr wahrscheinlich den 10 Kiloohm-Widerstand vor dem unteren Übertrager durch eine Drahtbrücke ersetzen. Dieser Eingang kann sonst untersteuert werden, so dass ihr kein Ausgangssignal habt. Bitte seht in der Gerätebeschreibung nach, welchen Eingangspegel dieser Eingang benötigt.

Am besten verwende Ihr für den Anschluss des Transceivers ein Kabel mit farblich gekennzeichneten Adern. Notiert bitte, welche Farbe welchem Signal entspricht. Verwendet immer ein Leitungspaar gleicher Farbe, z.b. grün und grün/weiss, für ein bestimmtes Signal, das erleichtert hinterher die Fehlersuche. Lötet die passenden Signale an und bohrt ein Loch in das Gehäuse, je nach Geschmack in die Vorder- oder in die Rückseite. Verbindet die Masseleitungen des Kabels nicht mit dem Gehäuse, sonst entsteht eine Masseschleife!!!

Bitte überprüft beim Anschluss des Interfaces, ob der Transceiver nicht sofort auf Sendung geht! Dann liegt ein Fehler vor, der erst behoben werden muss! Das Interface unterstützt nur Transceiver mit positiver PTT-Tastung, was bei allen modernen Geräten der Fall ist. Ihr könnt nun das Interface mit dem Transceiver verbinden.

Verbindet, gemäss dem oben angegebenen Schaltplan, den Computer mit dem Interface. Falls ihr keine 9-Polige, sondern eine 25-Polige  serielle Schnittstelle habt, benötigt ihr noch einen passenden Adapter. Diesen bekommt ihr bei einem befreundeten OM oder im nächsten Computerladen. Moderne Soundkarten haben folgende Belegung:

-         Mikrofon          rot
-         Line In             blau
-         Line Out          grün und/oder schwarz

 

Betrieb

Dieser Handbuchteil wäre sehr umfangreich, weil jeder PC und jedes Programm anders reagiert, daher nur ein paar Tips. Wenn etwas nicht funktioniert, mailt mich bitte an.

Empfang:

Stellt euren Transceiver auf die PSK31-Frequenz 14.070 MHz ein, ihr müsstet wenn das Band offen ist ein „Wimmern“ hören. Startet ein PSK31-Programm, vorzugsweise WinPSKse oder Digipan. Wenn ihr keinen „Wasserfall“ seht, stimmt vielleicht etwas mit dem Aufnahmeregler nicht.
Unter Digipan: Configure->Waterfall Drive... bzw.
Unter WinPSKse Settings->Rx Level Adjust schauen, ob unter Mic. oder Zusatz das Häckchen gesetzt ist.
Wenn der Wasserfall mit ein paar gelben Linien erscheint: geschafft, der Empfang funktioniert bereits.

Senden:

Stellt in eurem Programm die passende serielle Schnittstelle für die PTT ein. Achtet darauf, dass im Programm die richtige Leitung für die PTT ausgewählt ist (DTR bzw. RTS, entsprechend dem Anschluss, der angelötet ist). Schliesst euren Transceiver an ein Dummy Load an, und schaltet das Programm auf Sendung. Das Poti im Interface und die Regler im Programm müssen so angepasst werden, dass der Sender nicht übersteuert wird. Die Programmdokumentationen geben genaue Anweisungen zu den Einstellungen. Wenn euer Transceiver eine ALC-Stellung hat, könnt ihr sofort erkennen, ob er übersteuert wird oder nicht. Wenn der Transceiver erst gar nicht auf Sendung geht, überprüft bitte, ob das Interface an der gleichen Schnittstelle angeschlossen ist, die im Programm eingestellt wurde.

Wenns immer noch nicht funktioniert, bitte schreien...

Viel Spass wünscht Euch

Erik Beckers, DL2KEB

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 26. Juni 2005 )
 
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